Stephan - Far away

Kreuz und quer durch Amerika - Hier kannst du mir folgen ...

25.-30.7.2018 - Nebel, Küste, Sonnenschein

Reisetag 100   -   Zurückgelegte Strecke bisher:  20220 km

Strecke: ca. 1300 km von Portland, OR, bis zur Golden Gate Bridge, meist gut aspaltiert auf der 101 und der CA1, aber durchaus bei seitlichen Abstechern auch staubige gravelroads. Von den überall wütenden wildfires bin ich bisher (fast) verschont geblieben. Nur in meine Reiseplanung musste ich Änderungen einbauen: Yosemite NP brennt und ist geschlossen, und von Monterey aus käme ich wegen der Feuer nicht mehr nach Osten. Also wieder 2 Programmpunkte, die gecancelled werden müssen.

Portland zu verlassen gestaltet sich zeitaufwändig - mit offensichtlich bei amerikanischen Städten üblichen Staus. Dann folgt eine nette Runde durch ein kleines bewaldetes Vorgebirge mit sehr hübschen, kurvenreichen Straßen, die freundlicherweise die aufkommende Vormittagshitze beschatten. Die Annäherung an die Küste merkt man an der hoch auftürmenden Nebelfront. Und schon ist von Mittagshitze nichts mehr zu spüren. Es wird kühl bis kalt. Der ständige Wechsel von Nebel und Sonnenschein begleitet mich jetzt bis nach San Francisco.

Auch die Tierwelt wird wieder beobachtbar: Seelöwen und - ich nenne sie mal so - Seeadler (die Ornithologen unter den BiologielehrerInnen mögen mich korrigieren) beeindrucken.

 

Der Auspuff ist jetzt seit Fort Nelson (4 Wochen !) kaputt und wird mir endgültig zu laut. Also trinke ich eine Dose Budweiser aus, schneide sie auf und bastele daraus eine Manschette, die das Leck im Auspuff abdichten soll.
Klappt, Kati klingt wieder fast original. Da sind die KTM-Schrauber in den verschiedenen Werkstätten, in denen ich gefragt habe, nicht drauf gekommen. Ich bin sehr zufrieden mit mir.

Und dann die Redwoods: Riesige Bäume, die höchsten der Erde. Da drunter kann man sich richtig klein vorkommen. Wie die Säulen einer gotischen Kathedrale umgeben einen die Stämme. Und das Tollste daran ist: Die stehen hier einfach so rum. Die Straße wird drum rum gebaut. Die Bäume waren vorher da. Bis zu 1200 Jahre.

 

Die Küstenorte am Weg sind meist ziemlich verschnarcht. Wo bei englischen Küstenorten eine seafront ist, ist hier ... nichts. Bestenfalls eine Grünanlage, in der Kinder Fußball trainieren. Aber seafood und gutes Bier können sie hier.

 

In Fort Bragg erwischen mich die wildfires indirekt doch: Den ganzen Nachmittag und Abend herrscht Stromausfall wegen des Feuers 30 Meilen östlich von hier. In Veronas cucina treffe ich Mendo. Er sitzt da rum und notiert den gesamten Umsatz des Lokals. Die Computer und Registrierkassen funktionieren ja nicht.
Wir schwatzen über Gott und die Welt (mehr über die Welt) und er und einige Kumpels geben mir viele gute Tips über meine weitere Reiseroute, das Leben und überhaupt. Ein schöner Abend.

 

Das letzte Bild entstand am Aussichtspunkt am Westende der Golden Gate Bridge. Eigentlich sollte sie hier zu sehen sein. Man sieht sie ja auch :-))