Stephan - Far away

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4.-8.8.2018 - US 50: Auf der "loneliest road in America" durch Nevada und Utah

Reisetag  109  -   Zurückgelegte Strecke bisher:  22057 km

Strecke: 1200 km in 5 Tagen, wobei der Tag im Great Basin NP kaum mitgezählt werden kann. Die US 50 ist überwiegend kaum befahren, aber trotzdem tiptop in Schuss. Nur auf den kurzen Strecken abseits der US 50, die ich mir gegönnt habe, gab es gelegentlich kleine Stücke gravel oder dirt road.

Bei der Abfahrt morgens in Carson City ist es schon drückend heiß. Der Rauch der kalifornischen "wild fires" wabert über den Himmel, verhinderte die nächtliche Abkühlung und versperrt die Sicht zum Horizont. Je weiter etwas entfernt ist, desto konturenloser wird es. Dieser trübe Himmel wird mich bis an die Ostgrenze von Utah begleiten. Glücklicherweise klart es aber immer besser auf, je weiter ich nach Osten komme.

Der Wahnsinn kennt keine Grenzen: In the middle of nowhere, wo die Verkehrsdichte gegen Null geht, ist ein riesiger Kreisverkehr großzügig angelegt. Mit allem Zipp und Zapp, einschließlich Kunst am Bau.

 

Abwechslung in der Monotonie der ewig langen Geradeausstrecken: Neben der Straße taucht eine Dünenlandschaft mit (wie könnte es anders sein) riesigen Dünen auf. Kleinigkeiten gibt's hier nicht. Neugierig, wie ich bin, fahre ich hin. Meine Reifen taugen nicht für tiefen feinen Sand, und ich bin froh, da wieder raus zu kommen, ohne mich wirklich festzufahren. Den Fußweg an die Dünen heran schenke ich mir, dazu ist es in meiner Montur zu warm.

 

40 Meilen vor dem Tagesziel Austin verlasse ich ich die US 50, um den Rest auf einer kleinen Nebenstrecke zu fahren. Diese Strecke ist noch weniger befahren. Ich habe gezählt: Auf den 40 Meilen sind mir 2 Autos, 2 Motorräder und eine Kuh entgegengekommen. In meiner Fahrtrichtung habe ich niemanden gesehen. Noch einsamer, aber landschaftlich viel interessanter, als die große US 50.

 

Austin, an der Grenze zur Geisterstadt. Der Durchgangsverkehr und wieder auflebende Minentätigkeit halten die Stadt am Leben.

 

Am nächsten Morgen heißt es wieder: US 50 - unendliche Weiten. Mich faszinieren diese endlosen Straßen, auf denen ich mutterseelenallein bin, ungeheuer.

 

Ely - Flohmarkt und Waschsalon sind für mich die bemerkenswerten Ereignisse dieses Etappenziels.

 

Zum Abschied von Nevada der Great Basin NP.
Erstmal in die Tropfsteinhöhle. Ganz hübsch, aber vor allem konstante 10-15°C. Das tut gut.

 

Wheeler Peak Campground auf über 3200 m Höhe. Schnell das Zelt aufgebaut und dann auf den Bristlecone trail, ein etwa 6 Meilen langer Wanderweg, der mich zu den ältesten bekannten Lebenwesen der Erde bringt, den langlebigen Kiefern, hier genannt Bristlecone Pine.

 

Eines der ältesten Lebewesen der Erde. Nein, im Hintergrund. Etwa 4200 Jahre alt und treibt immer noch grün aus.

 

Wohlverdiente Abendruhe. In der folgenden Nacht genieße ich den überwältigenden Sternenhimmel einschließlich klarem Blick auf die Milchstraße. Ich weiß nicht, wann ich sie jemals so deutlich gesehen habe. Glücklicherweise ist der Blick nach oben in dieser Höhe nicht durch den Rauch getrübt. Im Zelt zahle ich später den Preis für die Höhenlage. Es wird natürlich wieder bitter kalt.

 

Niemand da, aber er hält Kati tapfer das Stoppschild entgegen, obwohl ich nicht mal draufsitze. Dann fahre ich 10 Meilen hinter dem Pilotcar her, bis ich wieder freie Fahrt habe.

 

In Utah geht die US 50 in die Autobahn IS 70 über. Das ist die sehenswerteste Autobahn, die man sich vorstellen kann. All diese Bilder sind auf der Autobahn oder auf Parkplätzen aufgenommen.
Diese scenery steht da einfach so rum, wird in keinem Führer erwähnt und ist noch nicht mal Nationalpark.

   

30 Meilen hinter Green River verlasse ich die US 50. Sie führt weiter nach Osten, ich will jetzt nach Süden, durch den Canyon des Colorado River nach Moab, UT.